Wofür braucht man eigentlich Datenansichten in Google Analytics?

Die Struktur in Universal Analytics ist euch mittlerweile klar:

1. Konto/Konten

2. Property/Properties

3. Datenansichten

Über das Konto und die Property haben wir schon gesprochen. Wofür nun aber Datenansichten und vor allem warum gleich mehr als eine?

Wenn Du Google Analytics erst kürzlich eingerichtet hast (oder schon Spinnweben in Deinem Google Analytics Konto zu sehen sind :-) ) dann ist es an der Zeit weitere zusätzliche Datenansichten zu erstellen. Standardmäßig erstellt Google Analytics für Dich eine einzige Datenansicht mit dem Namen/Bezeichnung "Alle Websitedaten". Anstelle dieser Bezeichnung solltest Du lieber etwas treffenderes verwenden. Z. B. "Master" oder "Main". Wichtig ist, dass Du von dieser Bezeichnung ableiten kannst, dass es sich hierbei um deine wichtigste und damit Haupt-Datenansicht handelt.

!!!WICHTIG!!! Daten laufen nicht retroaktiv in eine Datenansicht ein. Du kannst erst ab dem Zeitpunkt auswerten, ab dem Du die Datenansicht erstellt hast. Alles was zuvor gemessen wurde ist nur in den Datenansichten auswertbar, die bereits existierten, als die Daten angefallen sind.

Datenansichten sollen den Fokus auf einem bestimmten Teil der Webseite oder eine Unterseite/Subdomain legen. Du verwendest Datenansichten in Google Analytics, um den auf deiner Webseite eingehenden Traffic so zu filtern, dass nur noch das übrig bleibt, was Du tatsächlich für deine Auswertung verwerten kannst.

Du fragst dich was es sein könnte, was man da rausfiltern soll?

Ich gebe Dir ein paar Beispiele:

• SPAM

• Bots

• Interner Traffic / eigene Zugriffe

• Verweistraffic von Zahlungsanbietern (Paypal, sofort.com, KLARNA)

• Crawler (SEO Tools)

Diese Liste ist bei weitem keine vollständige! Du wirst erkennen, dass Zugriffe der oben genannten Herkunft Dich in deinen Auswertungen nicht weiterbringen können und werden. Das Wort "Big Data" geistert nach wie vor durch die Marketing und Führungsetagen diverser Unternehmen sämtlicher Größe. Die Wahrheit ist aber: "Big Data" ist/sind wertlos wenn es keine Fokussierung oder Segmentierung gibt. Und da kommen die Datenansichten ins Spiel.

Um einen solchen Fokus zu erreichen, werden auf der Ebene der Datenansichten entsprechende Filter eingesetzt. Neben der Ausrichtung oder der genauen Betrachtung von Unterseiten oder Webseiten innerhalb Deines Projekts ist es vor allem unglaublich wichtig stets eine sogenannte Backup Datenansicht zu erhalten.

Warum?

Stell Dir vor, Du hast nur eine einzige Datenansicht (so wie in der Standard-Start-Konfiguration). In dieser einen, einzigen Datenansicht wendest Du nun einen neuen Filter an. Sagen wir zum Beispiel, Du möchtest den Traffic eines bestimmten IP-Adresskreises ausschließen um die internen Zugriffe aus deiner Datenansicht zu filtern. Jetzt passiert aber folgendes: Anstelle der Option "Ausschließen", wählst Du versehentlich "Einschließen" aus. Diesen Konfigurationsfehler bemerkst Du zunächst nicht. Erst nach einer weiteren Woche fällt Dir plötzlich auf, dass Du in der einen Datenansicht (der einzigen die existiert), sämtlichen Traffic von eben diesem IP-Adresskreis einschließt. Nebenbei stellst Du fest, dass eine größere Marketingkampagne in dieser Woche gestartet wurde (dessen Ergebnisse Du jetzt nicht mehr in deiner Datenansicht auswerten kannst) :-(

Was ist passiert?

Du hast durch die Fehlkonfiguration des Filters nur doch die Zugriffe von Nutzern erfasst, die in ebendiesen IP-Adresskreis fallen. Das dumme dabei: Alle anderen Nutzer (und das ist der Großteil) sind jetzt "rausgefiltert". Das noch dümmere dabei. Du kannst Daten, die einmal gefiltert wurden nicht wiederherstellen. Der Filter in der Datenansicht hat die wertvollen Daten herausgefiltert und Du hast keine Möglichkeit mehr an diese Daten aus der vergangenen Woche heranzukommen. Dabei war doch dein Ziel nur die internen Zugriffe auszuschließen aber doch nicht einzuschließen.

Und jetzt die gute Nachricht: Du musstest es Dir nur vorstellen, mir ist es schon passiert! :-)

Damit Du nicht in diese "Falle" tappst, machen wir es jetzt gemeinsam richtig! ;-)

Wie machen wir es richtig?

Schritt 1: Benenne die bisher benannte Datenansicht "Alle Websitedaten" um in "Main". Wenn Du deine Datenansicht vorher schon umbenannt hast kannst Du diesen Schritt überspringen. Wichtig ist nur: Gebe der Datenansicht mit der du im Day-to-Day Business arbeitest einen eindeutigen Namen. Kleiner Tipp: Wenn Du das Potenzial der maximal 25 Datenansichten ausschöpfen willst, kannst Du dem Namen noch eine Ziffer vorne anstellen. So steht dann die "1 - Master" immer ganz oben.

Schritt 2: Lege weitere Datenansichten an! Lege eine Datenansicht mit dem Namen "Test" an. Anschließend noch eine weitere mit dem Namen "RAW" oder Rohdaten. In einem Standard-Setup würde ich Dir jetzt noch empfehlen eine Datenansicht mit der Bezeichnung "Backup" anzulegen. Diese Backup-Datenansicht wird grundsätzlich immer exakt genauso konfiguriert wie deine Masterdatenansicht. Solltest Du in der Main Datenansicht einmal einen falschen Filter angewandt haben, so kannst Du immer noch auf das Backup zurückgreifen. "Reißen" alle Stricke, so kannst Du noch auf die Rohdaten zurückgreifen.

Schritt3: Es lebe die Vielfalt! Mit 3 Datenansichten (Main, Raw, Test) bist Du schon wesentlich besser unterwegs als ein Großteil der Google Analytics Nutzer. Weitere Datenansichten kannst Du natürlich immer dann anlegen, wenn es für deinen Business Case Sinn macht. Z.B.: Datenansichten für einen Testserver auf dem Du die Konfiguration zunächst testen möchtest. Oder aber Du möchtest gezielt nur die Zugriffe eines bestimmten Marketingkanals isoliert betrachten. Ich empfehle dafür zwar die Nutzung von Segmenten, es gibt aber auch Fälle wo diese Betrachtung in einer Datenansicht Sinn machen kann. Ein weiterer Fall könnte die individuelle Betrachtung von einzelnen Ländern, bzw. Länderwebseiten sein. Da Du die Zeitzone und Währungseinheit auf der Ebene der Datenansicht festlegst, macht es Sinn die Zeitzone entsprechend dem Land auch auszuwählen. So entsprechen die Nutzerzugriffe und die erwarteten Peaks im Tagesverlauf dann auch tatsächlich der Zeitzone.

Was Du noch wissen solltest...

Die Angabe URL der Webseite in der Datenansicht hat keinen Einfluss auf das eigentliche Tracking.

Unter Standardseite nimmst Du nur dann einen Eintrag vor, wenn deine Webseite auch unter einer anderen URL zu erreich ist. Z.B. MeineWebseite.de/index.html

URL-Suchparameter ausschließen solltest Du dann, wenn Dir deine Webseite Parameter an deine URL anhängt, die dazu führen, dass in den Berichten zu den Seitenreports die selbe URL mehrfach auftaucht. Aber eben mit besagten Parametern. :-)

Ob Du die Bots aus deinen Daten herausfilterst überlasse ich Dir. Mein Tipp: Wenn Du bereits etwas Erfahrung im Umgang mit Filtern und der Problematik des Bot-Traffics hast, übernimm das Filtern der Bots lieber selbst. Ist Dir deine Zeit zu kostbar oder mangelt es Dir noch an genug Erfahrung setze den Haken durchaus. Google wird dann besagte und bekannte Bots herausfiltern. Entferne den Halen aber in jedem Fall in deiner Rohdatenansicht. Sonst können wir nicht mehr von Rohdaten sprechen.

Und was ich noch erwähnen wollte:

Viele Einstellungen werden auf der Ebene der Datenansicht festgelegt. Das gilt insbesondere für Zielvorhaben, Contentgruppierung, Channeleinstellungen die Filter uvm. Bedenke bitte, dass DU diese Einstellungen jeweils immer auch in den anderen Datenansichten manuell vornehmen musst. Insbesondere die Option "Ecommerce-Einstellungen" ist per default inaktiv. Wenn Du einen Shop betreibst und das Ecommerce Tracking von Google Analytics bereits in deiner Haupt-Datenansicht nutzt, musst Du den Haken auch bei den anderen Datenansichten setzen. Andernfalls zeichnet Google Analytics keine Daten zum E-Commerce auf. Spätestens dann, wenn Du auf ein Backup oder die Rohdaten zugreifen willst, wirst du hier mit einer gähnenden Leere überrascht werden. Berücksichtige deshalb unbedingt, dass du die nötigen Ziele, Filter und weiteren Einstellungen auf der Datenansichtsebene vornimmst.

Trete jetzt unserer Community von 12.634 Unternehmern bei, 

die bereits Erfolg mit unseren Tipps und Inspirationen haben:

Erhalte kostenlose Marketing Tipps und Kurse direkt in dein Postfach.

Kostenlos für dich. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

Noch keine Kommentare vorhanden

Was denkst du?

Powered by Chimpify